Haltung / Aufzucht

Hiram dez2

Hier möchten wir unsere Pferdehaltung und Fohlenaufzucht vorstellen. Als erstes unsere

Hengsthaltung:

Hengste sind auch nur Pferde und so möchten sie behandelt werden!

Unsere Hengste leben ganzjährig 24 Stunden draussen, in Gesellschaft. Alle, jung wie alt, kennen aber auch das Boxenleben und haben gelernt, neben anderen Hengsten, wie auch Stuten, gelassen nebeneinander zu stehen. Die Erziehung unserer Hengste erfolgt mit viel Geduld und Fairness, dabei aber auch mit eiserner Konsequenz und Regeln, an die sich jeder bei uns, der mit unseren Hengsten arbeitet, halten muss.

Ein agressives Hengstverhalten kennen wir nicht. Durch den stetigen sozialen Kontakt, sind sie ruhig und gelassen, Pferden, wie auch Menschen gegenüber, zu Hause wie auch auswärts.

Zorito, Manuel und Ziti:

Ziti und Homero:

Die Erfahrung der vergangen Jahren hat gezeigt, dass Fohlen die Nähe ihrer Väter sehr oft aufsuchen und mit ihnen die Welt entdecken gehen, sobald es die Mutterstute zulässt. Homero mit seiner Tochter Genuìna, die wie eine Klette an ihrem Vater hängt:

Hengste sind ihren Fohlen gegenüber sehr geduldig und müssen oft als Spielplatz herhalten, was sie sichtlich geniessen. Sie lassen sie beissen, bespringen und umhüpfen und das den lieben langen Tag, wenn die Füllen mal nicht gerade Milch trinken, oder schlafen.

Ein kleines Video von Homero mit zwei seiner Töchter aus dem Jahr 2011:

Da wir nicht alle Stuten in einer Herde halten, pendelt Homero zum Decken zwischen den verschiedenen Stutenherden hin und her..

 oder die Stuten kommen zu ihm.

Unser mittlerweile doch über 22 Jahre alter Deckhengst geniesst sein Leben zwischen all den Stuten und Fohlen sichtlich sehr. Immer wieder sieht man in voller Freude über die Weide gallopieren und Freudensprünge ausführen. Ob ihn wohl seine Fohlen so jung machen?

Zorito und Aguia:

Unsere Junghengste wachsen im gleichgeschlechtlichen Verband auf.

Eclipse und Duque:

Unsere Fohlenaufzucht:

Jung sein heisst, für die Zukunft Erfahrungen sammeln und zwar die bestmöglichen!

Durch ein grosses Anwesen mit viel Land, haben wir die Möglichkeit, unsere Fohlen selber aufzuziehen und müssen unsere jungen Pferde nicht in fremde Hände geben. Dies war auch eine der für uns persönlichen Kriterien, als wir zu züchten anfingen, dass die Fohlenaufzucht bei uns Daheim stattfindet. Seither hat die Jungpferdeaufzucht grösste Priorität in unserem Leben. Wie gut und belastbar ein Pferd in seinem Leben als Reitpferd wird, dazu trägt eine gute Aufzucht viel mit bei.

Ausserdem sind wir der Meinung, dass der ungwöhnliche Charakter des Lusitanos sich in grossen Herden, beinahe frei, entwickelt, genauso, wie er in den letzten Jahrhunderten auch aufgewachsen ist. An dem wollen wir festhalten.

Alle unsere Fohlen werden draussen geboren, von uns überwacht natürlich, im Schutz einer schon länger bestehenden Herde. Da unsere Stuten auf mehreren Hektar grossen Weiden leben, verfügen sie über genug Platz, um sich von der Herde zurückzuziehen, sollte eine Stute alleine gebären wollen. Nach der Prägungsphase kehren sie wieder in den Schutz der Herde zurück. Die Fohlen finden ab dem ersten Moment ihres Lebens ein gefestigtes, soziales Gefüge vor, in der es Sicherheit, Geborgenheit und durch die Vielfalt der unterschiedlichen Pferden ein grosses Spektrum an künftigem Lernen findet.

Fohlen sind Nestflüchter, bereits wenige Augenblicke nach der Geburt sind sie fähig, sich eigenständig über die Mutter zu ernähren, wie auch, sich fortzubewegen. Von beidem machen sie stetig und fleissig Gebrauch.

Aus diesem Grund kommt eine Boxenhaltung für unsere Fohlen nicht in Frage, obwohl sie die Boxen gemeinsam mit ihren Müttern kennenlernen, für den Fall, sollte sich mal eines verletzten und Boxenruhe verordnet bekommen. Ansonsten haben unsere Fohlen in einem geschlossenen, kleinen Raum nichts verloren. Viel frische Luft, viel Bewegung sorgen für eine optimale Entwicklung von Bewegungsaparat und Organe. Dies möchten wir ihnen 24 Stunden am Tag bieten.

Was für uns auch sehr wichtig ist, ist, dass kein Fohlen seine ersten Monate ohne gleichaltrigen Gefährte, sprich einem anderen Fohlen, aufwächst. Ein gutes soziales Gefüge ist wichtig, um gesund aufzuwaschen, ebenso wichtig sind Spielgefährten, mit denen man gemeinsam die Welt endeckt, vorallem spielt und für die Zukunft Bewegungsabläufe trainiert, die zur Gesunderhaltung beitragen.

Fohlenlose Stuten fungieren als Tanten und übernehmen einen Teil der Erziehung und entdecken gemeinsam mit den Füllen die Welt.

Die meisten von unseren Fohlen lernen bereits mit der Mutter das Hängerfahren. In Mama’s Anwesenheit klappt das bestens und es wird ein guter Grundstein für die Zukunft gelegt. Zwischen dem 6 und 9 Monaten werden die Fohlen abgesetzt und ziehen mit den Tanten um. Sie sind zu der Zeit bereits so selbstständig, dass sie meist gar nicht merken, dass die Mütter nicht mit ihnen umgezogen sind. Die Fohlen sind im Laufe der Zeit zu einer kleinen, eigenen Herde inmitten der Stutenherde zusammengewachsen. Wir sind froh, dass solch ein eingreifender Schritt im Leben eines jungen Tieres so ziemlich stresslos vonstatten geht und wir sie nicht im Hänger in die Fremde fahren müssen. Zum Zeitpunkt des Absetzens kennen unsere jungen Hotten das Fohlen-ABC, sind bereits mehrfach entwurmt worden und sind geimpft und gechipt (in Portugal herrscht Chippflicht).

Bevor sie ein Jahr alt werden, lernen sie für ein, zwei Tage erneut eine Box (mit Auslauf tagsüber) kennen und erkunden, wie es sich aus einer Selbstränke trinkt, beschnuppern ihre fremden, unbekannten Nachbaren und lernen dadurch eine komplett neue Welt kennen.

Bisher haben alle unsere Fohlen die kurze Zeit in der Box sehr gut aufgenommen und im Laufe der Aufzucht werden sie immer mal wieder ein sehr geringe Zeit in der Box verbringen, damit, sollten sie mal verletzt sein oder zu einem neuen Besitzer mit Boxenhaltung wechseln, dies nicht in den ersten Zeit zu einer Stresssituation wird. Ausserdem fahren wir mit dem einen oder anderen Füllen an die Zuchtschau und da dort die tierärztliche Untersuchung meistens am Morgen ist, die Zuchtschau aber erst Stunden später, werden die Pferde in der Wartezeit aufgestallt. Für uns also eine Priorität, dass alle unsere Pferde auch eine Box kennenlernen.

Ansonsten verbringen unsere Jungpferde das Jahr über draussen. Unser Gelände birgt ein breites Spektrum. Von hügelig, flach, steil und bewaldet ist alles dabei. Verschiedene Untergründe von sandig, tief, steinhart, kleinen Bächen und viel Grasfläche bieten unseren Fohlen, alles, was für eine optimale Entwicklung des Bewegungsappartes, Motorik und Trittsicherheit wichtig ist.

Durch die Vielfalt der Landschaft ist ihnen auch nie langweilig und sie stehen nicht stundenlang irgendwo abgstellt am selben Platz, weil sich ihnen keine Reize bietet. Durch verschiedene Futterplätze und Trinkstätten sind sie stetig in Bewegung. Gefüttert werden sie mit Heu, einem fohlengerechten Mineralfutter und Hafer. Gras steht ihnen das ganze Jahr hindurch zur Verfügung, obwohl dies im Winter weniger wird und dort die Priorität auf der Heufütterung liegt.

Noch ein Video von einem Teil unserer Fohlen:

Unsere Zuchtstuten leben genau wie all unsere anderen Pferde, nämlich 24 Stunden draussen. Zur Zeit leben bei uns 3 Stutenherden, aufgeteilt nach Verträglichkeit untereinander.

Videos von unseren Stuten:

4 Antworten zu Haltung / Aufzucht

  1. Mirjam schreibt:

    Wow bei Ihnen dürfen die Pferde ja wirklich noch Pferde sein… Tolles Vorbild…da möchte ich auch Pferd sein. Herzliche Gratulation und liebe Grüsse aus der Schweiz!

    • Hallo Mirjam

      Vielen Dank für deine lieben Worte, auch wenn wir noch ganz weit davon entfernt sind perfekt zu sein (wenn es das überhaupt gibt). Aber ich hoffe doch, dass unsere Pferde zufrieden sind, dies ist eigentlich auch unser wichtigstes Ansinnen.

      Liebe Grüsse zurück in die schöne Schweiz

      Eveline

  2. Andrea Kneubühler schreibt:

    Ich bin wirklich überwältigt. Ihre Einstellung zu den Pferden, die Möglichkeiten die Sie ihnen bieten zu leben und wie sie aufwachsen dürfen, ist einfach nur toll! Ich stimme Ihnen in jedem Punkt zu. Es ist für Jungpferde so wichtig verschiedenes Terrain kennen zu lernen, Lunge und Muskeln stärken zu können und dies 24Stunden am Tag. Die Entwicklung, die die in Boxen aufgezogenen Fohlen verpassen, ist meiner Meinung nach nicht mehr nachzuholen.
    Ein ganz spezielles Kompliment muss ich auch noch zu Ihren Fotos machen. Sie sind wunderschön!

    • Werte Frau Kneubühler, herzlichen Dank für Ihre Worte, wir freuen uns sehr darüber. Wir versuchen, unseren Pferden ein gute Jungend zu ermöglichen und hoffen sehr, dass wir ihnen gerecht werden. Wir hoffen und wünschen uns sehr, dass unsere Pferde mit uns zufrieden sind. Liebe Grüsse in die Schweiz
      Fam. Gomes

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